Kostenlose Vorlagen zum Ausdrucken — Übersicht
Es gibt zahlreiche kostenlose Vorlagen für die Patientenverfügung, die du herunterladen und ausdrucken kannst. Die Qualität variiert jedoch erheblich. Manche Vorlagen sind sorgfältig auf die BGH-Anforderungen abgestimmt, andere enthalten veraltete oder zu allgemeine Formulierungen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Quellen:
Bundesministerium der Justiz (BMJV)
Die offizielle Quelle für Textbausteine zur Patientenverfügung ist das Bundesministerium der Justiz. Die Bausteine werden regelmäßig aktualisiert und berücksichtigen die aktuelle BGH-Rechtsprechung. Du findest sie kostenlos unter bmj.de.
Was du bekommst: Separate Textbausteine für verschiedene Situationen und Behandlungswünsche, die du zu einer individuellen Patientenverfügung zusammenfügen kannst. Es ist kein fertiger Vordruck im eigentlichen Sinne, sondern eine Sammlung von Bausteinen — du musst sie aktiv zusammenstellen und ggf. anpassen.
AOK-Vorlage
Die AOK bietet eine gut strukturierte Vorlage für die Patientenverfügung zum Download an. Sie enthält Erklärungen zu den medizinischen Begriffen und Hinweise zur Vorgehensweise. Die Vorlage ist verständlich formuliert und für Laien gut zugänglich.
Achte darauf, dass du die Vorlage nicht nur ausfüllst, sondern die vorgefertigten Textbausteine auf ihre Konkretheit hin prüfst. Formulierungen wie „schwere unheilbare Erkrankung" müssen ggf. konkretisiert werden, um den BGH-Anforderungen zu genügen.
Malteser-Vorlage
Die Malteser stellen eine Vorlage zur Verfügung, die auch spirituelle und ethische Aspekte berücksichtigt. Sie eignet sich besonders für Menschen, denen religiöse oder weltanschauliche Werte bei der Formulierung ihrer Patientenverfügung wichtig sind. Die Vorlage enthält auch Hinweise auf Beratungsangebote der Malteser.
Deutsche Alzheimer-Gesellschaft
Speziell für Menschen, die eine demenzielle Erkrankung in ihrer Familie haben oder selbst über Demenz nachdenken, bietet die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft eine Vorlage an, die auf dementielle Erkrankungen im Verlauf abgestimmt ist. Diese Vorlage ist besonders hilfreich, wenn du konkrete Wünsche für den Fall einer fortschreitenden Demenz festhalten willst.
Alternativ: Unser Generator führt dich Schritt für Schritt durch alle Punkte → Zum Patientenverfügungs-Generator
Warum „zum Ausdrucken" nicht genug ist
Der häufigste Irrtum: „Ich habe eine Vorlage ausgedruckt und ausgefüllt — ich bin fertig." Damit bist du leider nicht fertig. Eine ausgedruckte und ausgefüllte Vorlage ist ein guter Anfang, aber mehrere entscheidende Schritte fehlen noch.
Erstens: Das Ausfüllen allein garantiert keine rechtliche Wirksamkeit. Viele Menschen füllen Vorlagen aus, ohne die BGH-Anforderungen an Konkretheit zu kennen — und erstellen so ein Dokument, das im Ernstfall zwar vorhanden ist, aber nicht die gewünschte bindende Wirkung hat.
Zweitens: Eine Patientenverfügung nützt nichts, wenn sie im Ernstfall nicht auffindbar ist. Die beste Patientenverfügung hilft nicht, wenn sie im Keller liegt und niemand davon weiß.
Drittens: Ein ausgedrucktes Dokument ohne eigenhändige Unterschrift und Datum ist rechtlich unwirksam. Das klingt selbstverständlich, wird aber erstaunlich oft vergessen.
BGH-Konformität prüfen
Wenn du eine Vorlage ausgedruckt und ausgefüllt hast, stell dir diese Fragen, bevor du unterschreibst:
- Enthält meine Patientenverfügung konkrete Situationsbeschreibungen — nicht nur „bei schwerer Erkrankung", sondern spezifische Situationen wie dauerhafter Bewusstseinsverlust oder eingeleiteter Sterbeprozess?
- Habe ich für jede Situation konkrete Behandlungswünsche festgelegt — nicht nur „keine unnötigen Maßnahmen", sondern explizit: keine Reanimation, keine künstliche Beatmung, etc.?
- Habe ich meine Wertvorstellungen beschrieben, damit im Zweifelsfall mein Wille korrekt ausgelegt werden kann?
- Habe ich die Schmerz- und Symptombehandlung ausdrücklich erwähnt?
- Ist das Dokument auf das aktuelle Datum datiert?
- Habe ich selbst unterschrieben?
Wenn du eine dieser Fragen mit Nein beantwortest, musst du das Dokument anpassen, bevor du es als fertig betrachtest.
Richtig ausfüllen — Schritt für Schritt
Schritt 1: Persönliche Angaben
Vollständiger Name, Geburtsdatum, Adresse. Manche fügen auch Passnummer oder Personalausweisnummer hinzu, um Verwechslungen auszuschließen — das ist optional, aber empfehlenswert.
Schritt 2: Eingangsformulierung bestätigen oder anpassen
Lies die Eingangsformulierung der Vorlage sorgfältig. Sie sollte zum Ausdruck bringen, dass du die Patientenverfügung aus freiem Willen und in vollem Bewusstsein der Konsequenzen erstellst. Passe sie an, wenn sie nicht deiner Einstellung entspricht.
Schritt 3: Situationen ausfüllen
Für jede vorgesehene Situation — dauerhafter Bewusstseinsverlust, Sterbeprozess, schwere Hirnschädigung, andere Einwilligungsunfähigkeit — prüfst du, ob die vorformulierte Beschreibung der Situation konkret genug ist. Bei Bedarf ergänzt du handschriftlich, was du unter der Situation verstehst.
Schritt 4: Behandlungswünsche für jede Situation
Gehe systematisch vor: Reanimation, Beatmung, künstliche Ernährung, Dialyse, Medikamente zur Lebensverlängerung, Operationen. Für jede dieser Behandlungsarten entscheidest du für jede Situation. Kreuze an oder schreibe handschriftlich, was du wünschst.
Schritt 5: Palliative Versorgung
Ergänze ausdrücklich, dass du eine angemessene Schmerz- und Symptombehandlung wünschst. Das sollte in deiner Vorlage vorhanden sein — wenn nicht, füge es handschriftlich hinzu.
Schritt 6: Wertvorstellungen
Beschreibe kurz, was dir wichtig ist: Was bedeutet Lebensqualität für dich? Welche Einschränkungen würdest du als unerträglich empfinden? Was ist dir beim Sterben wichtig? Diese Angaben sind keine rechtliche Pflicht, aber sie sind wertvolle Auslegungshilfe.
Schritt 7: Datum und Unterschrift
Trage das aktuelle Datum handschriftlich ein und unterschreibe eigenhändig. Dein voller Name, das Datum, dein Unterschrift. Fertig.
Nach dem Ausdrucken — was noch zu tun ist
Du hast deine Patientenverfügung ausgedruckt, ausgefüllt und unterschrieben. Gut. Aber erst jetzt beginnt der wichtige Teil: Die Patientenverfügung muss auffindbar sein und die richtigen Menschen müssen von ihr wissen.
Kopien anfertigen und verteilen
Erstelle mindestens drei Kopien deiner Patientenverfügung:
- Eine Kopie für dich (sicher aufbewahrt)
- Eine Kopie für deine bevollmächtigte Person (aus der Vorsorgevollmacht)
- Eine Kopie für deinen Hausarzt
Manche Menschen hinterlegen auch eine Kopie beim Notar oder registrieren ihre Patientenverfügung beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.
Notfallhinweis in der Brieftasche
Erstelle eine kleine Karte für deine Brieftasche oder dein Handy, auf der steht, dass eine Patientenverfügung existiert und wo sie zu finden ist. Im Notfall — zum Beispiel wenn du bewusstlos eingeliefert wirst — wissen Ärzte dann sofort, dass es eine Patientenverfügung gibt und wo sie ist.
Bevollmächtigte Person informieren
Sprich ausführlich mit der Person, die du in deiner Vorsorgevollmacht bevollmächtigt hast. Erkläre ihr deine Wünsche, erläutere deine Wertvorstellungen und stelle sicher, dass sie weiß, wo deine Patientenverfügung und deine Vorsorgevollmacht aufbewahrt sind.
Aufbewahrung und Auffindbarkeit
Die optimale Aufbewahrung deiner Patientenverfügung hängt von deiner Lebenssituation ab. Hier einige bewährte Ansätze:
- Zu Hause: Sicherer Ort, der bekannt ist — nicht im Keller oder auf dem Dachboden. Ein Aktenordner oder ein Tresor ist besser als eine Schublade, die niemand kennt.
- Beim Hausarzt: Viele Hausärzte nehmen eine Kopie in die Patientenakte auf. Im Notfall, wenn du in ein Krankenhaus eingeliefert wirst, kann der Arzt die Patientenverfügung anfordern.
- Beim Notar: Notare verwahren wichtige Dokumente sicher. Kostenpflichtig, aber sehr verlässlich.
- Zentrales Vorsorgeregister: Die Bundesnotarkammer führt ein Register, in dem du den Hinweis auf deine Patientenverfügung (nicht den Inhalt) eintragen lassen kannst. Kostenpflichtig, aber günstig (10,50 € Erstregistrierung).
FAQ
Darf ich die Vorlage abändern?
Ja, du darfst und sollst die Vorlage an deine persönliche Situation anpassen. Es gibt kein vorgeschriebenes Formular — du kannst Sätze streichen, ergänzen oder durch eigene Formulierungen ersetzen, solange das Dokument verständlich ist und die BGH-Anforderungen erfüllt.
Was ist, wenn ich mehrere Vorlagen kombiniere?
Das ist möglich, kann aber zu Widersprüchen führen. Achte darauf, dass das Dokument konsistent ist — keine widersprüchlichen Aussagen zu derselben Situation. Im Zweifel ist eine einzige gut strukturierte Quelle besser als eine Kombination aus mehreren.
Kann ich eine englische Vorlage verwenden?
In Deutschland sollte deine Patientenverfügung auf Deutsch verfasst sein. Ärzte, Betreuer und Gerichte arbeiten auf Deutsch, und im Notfall muss das Dokument schnell und eindeutig verstanden werden.
Wie lange ist die ausgedruckte Vorlage gültig?
Grundsätzlich unbegrenzt — solange du sie nicht widerrufst. Aber eine regelmäßige Überprüfung und Bestätigung, dass die Patientenverfügung noch deinem aktuellen Willen entspricht, ist empfehlenswert. Eine einfache handschriftliche Bestätigung mit Datum reicht aus.
Patientenverfügung erstellen und sofort ausdrucken — BGH-konform, kostenlos → Zum Patientenverfügungs-Generator



